Einige „alte Hasen“ des Marktheidenfelder Stadtrates kannten die neue Feuerwache bereits im Rohbau, wenige waren gar beim ersten Spatenstich dabei gewesen. Doch nicht wenige hatten das zukünftige Domizil „Ihrer Kernstadt-Feuerwehr“ bisher noch nicht von innen gesehen. Und so waren nahezu alle Bürgerrepräsentanten der Einladung in die Baustelle am Nordring gefolgt.

Neben eines ausführlichen Rundgangs durch Fahrzeughallen, Lager-, Büro- und Technikräume, Werkstätten, Schulungs- und Aufenthaltsräume von Feuerwehrnachwuchs und Einsatzabteilung gab es Informationen geballt von Bürgermeister Thomas Stamm, Architekt Georg Redelbach und Kommandant Bernhard Nees. Zuvor hatte man bereits die über die Straße gelegene Interimswache in Augenschein genommen.

Während Architekt Redelbach in erster Linie die auf 14,585 Mio EUR gestiegenen Kosten im Detail erläuterte, informierte Bernhard Nees zur Technik sowie den geplanten Abläufen der neuen Feuerwache. Er machte dabei vor allem deutlich, dass große Teile der verbauten Technik dafür sorgen werden, dass die Marktheidenfelder freiwilligen Retter zukünftig noch effektiver und sicherer ausrücken und so noch schneller am Einsatzort sein können.

Beispielsweise werden im Alarmfall künftig die Zu- und Ausfahrten des Feuerwehrgeländes automatisch geöffnet sowie Lichter in den einsatzrelevanten Bereichen eingeschaltet. Außerdem werde durch ein durchdachtes Konzept Kreuzungen von an- und ausrückenden Einsatzkräften vermieden. Sowohl im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus sowie in der aktuellen Interimswache wird durch das Aufschließen verschiedener Türen und Tore kostbare Zeit aufgewendet. Auch das Anrücken von Einsatzkräften während die ersten Fahrzeuge bereits auf gleichem Wege ausrücken, das Umziehen in der Fahrzeughalle des alten Feuerwehrgerätehauses gehören damit der Vergangenheit an.

Auch werden die Einsatzkräfte künftig mit einer deutlich besseren Informationslage zu ihren Einsätzen ausrücken können, denn die bekannten Einsatzdaten sowie die Anfahrt wird zukünftig auf Einsatzmonitoren im Bereich der Umkleiden angezeigt werden. Er machte auch klar, dass die – vielfach kritisierten – Ein- und Ausfahrten keineswegs zu schmal seien.

Wie alle Beteiligten zum wiederholten Male versicherten, stehe der Umzugstermin Anfang Juli nach wie vor. Der Innenausbau befindet sich in den letzten Zügen – insbesondere müssen Böden, Türen, Decken inklusive Lichtern sowie die gesamte Außenanlage noch fertig gestellt werden. Einen weiteren wichtigen Arbeitspunkt stellt die Inbetriebnahme der gesamten Gebäude- und funktechnischen Installation dar, die erst nach vollständiger Fertigstellung der Installationen gestartet werden kann.

Eine klare Absage erteilte der Kommandant dagegen einem Tag der offenen Tür noch in 2021. Dies sei aufgrund der aktuellen Lage und dem zu erwartenden großen Interesse kaum vorstellbar. Man könne derzeit für die formelle Übergabe und Segnung des Gebäudes ausschließlich mit geladenen Gästen planen.

Bilder: Benedict Rottmann | Text: Philipp Roßmann